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Wir arbeiten nach feministischen Grundsätzen:

  1. Freiwilligkeit und Anonymität
  2. Parteilichkeit
  3. Ganzheitlichkeit
  4. Enttabuisierung

Die Lebenssituation ändert sich, wenn Frauen* aufhören sich als machtlos zu begreifen und beginnen selbst zu handeln. Wir verstehen unsere Arbeit als solidarische und kompetente Ermutigung von Frauen*, ihre Situation wahrzunehmen und ihre Geschichte aufzuarbeiten. Gefühle bekommen dabei Gestalt, die eigene Kraft wird (wieder)entdeckt, neue Wege, die mehr Autonomie erlauben, können ausprobiert werden.

Die Unterstützung ist ressourcenorientiert. Wir entwickeln frauen*spezifische Beratungsangebote, die immer wieder überarbeitet und den Bedürfnissen der Frauen* angepasst werden. Wesentlich für diese Entwicklung ist die kritische Reflexion weiblicher* Lebenszusammenhänge in unserer patriarchalisch strukturierten Gesellschaft. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Auseinandersetzung mit struktureller und persönlicher Gewalt, die die weibliche* Identitätsentwicklung mit bestimmen.

Das * hinter Mädchen und Frauen steht für die Vielfältigkeit der Identitäten, die sich hinter der Bezeichnung verbergen – sei es in Kategorien wie Geschlecht (z.B. cis, trans und intergeschlechtliche Frauen*) oder auch Kultur, Klassenzugehörigkeit, körperliche Ausgangslage. Lesben, bisexuelle Frauen*, queere Frauen* sind bei uns ebenso willkommen wie heterosexuelle Frauen, trans* Frauen und intergeschlechtliche oder trans*geschlechtliche Personen, die sogenannte weibliche* Geschlechtsorgane besitzen (welches unser Angebot zu Verhütung, Schwangerschaft und Schwangerschaftskonflikt auch für sie relevant machen könnte). Der Abbau von Barrieren und Diskriminierung sind uns ein wichtiges Anliegen.

Und eine Wahrheit, die wir anerkennen ist die, dass nach über 40 Jahren Frauenbewegung noch immer gilt:

  • Frauen* sind die Hälfte der Weltbevölkerung
  • Frauen* leisten zwei Drittel der Arbeitsstunden,
  • Frauen* erhalten ein Zehntel des Welteinkommens,
  • Frauen* besitzen weniger als ein Hundertstel des Eigentums

Ausgangspunkt für unsere Arbeit ist eine feministische Grundhaltung, die sich zeigt in unserer Solidarität und in unserem Respekt für die ratsuchende Person. Mit unserer ganzheitlichen Sichtweise möchten wir sie* darin unterstützen, der eigenen Wahrnehmung zu vertrauen, Zwänge, Gewaltverhältnisse und einengende Lebensmuster als solche zu erkennen.

Unsere feministische Grundhaltung bringen wir auch in unsere kulturellen Angebote und in die Bewertung politischer Prozesse ein.

Vor diesem Hintergrund heißt Beratung für uns Hilfe und Begleitung bei der (Wieder-) Entdeckung der eigenen Stärke, der eigenen Wünsche, Bedürfnisse und Fähigkeiten. Ein Selbstfindungsprozess mit dem Ziel, Handlungsspielräume zu erweitern und das eigene Leben selbstbestimmt zu gestalten.

Von Gleichberechtigung können wir immer noch nicht sprechen so lange diese Themen unseren Berufsalltag bestimmen; Gleichberechtigung sieht ganz anders aus. Aber einen emanzipatorischen Weg in diese Richtung kann jede Frau* finden.

Die Frauenberatung Verden gehört zum "Verbund Niedersächsischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen gegen Gewalt".

Die Frauenberatung Verden e.V. ist 2006 dem Paritätischen Niedersachsen beigetreten. Unsere Haltung spiegelt sich in den Aussagen des Wertedialogs wider (siehe Video).

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Feminismus hat im Laufe der Zeit viel bedeutet – auch viel Überflüssiges. Man kann ihn definieren als einen Standpunkt – in Bezug auf Gerechtigkeit, Würde, Freiheit -, den sich fast alle selbständigen Frauen zu eigen machen würden, wenn sie nicht die Vergeltung fürchteten, die ein derart anrüchiges Wort regelmäßig provoziert.“

Susan Sontag (1933-2004) Schriftstellerin/USA

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